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Kostengruppen nach DIN 276: Überblick, Beispiele und richtige Zuordnung

Kostengruppen nach DIN 276: Überblick, Beispiele und richtige Zuordnung
DIN 276 · Kostengruppen · Baukosten · Kostenplanung · HOAI

Was die Kostengruppen nach DIN 276 bedeuten, wie KG 100 bis KG 800 aufgebaut sind und worauf es bei der richtigen Zuordnung ankommt.

Aktualisiert am 05. Mai 2026

Einleitung

Die Kostengruppen nach DIN 276 sind das Ordnungssystem jeder belastbaren Kostenplanung. Alle projektbezogenen Kosten werden von KG 100 bis KG 800 strukturiert eingeordnet. Die aktuelle Fassung DIN 276:2018-12 ist maßgeblich und gilt für Hochbau, Ingenieurbau sowie Frei- und Verkehrsanlagen.

Nur mit sauberer Zuordnung lassen sich Kostenschätzung, Kostenberechnung und Kostenkontrolle sinnvoll vergleichen. Nutzungskosten gehören nicht zur DIN 276, sondern zur DIN 18960.

Was die Kostengruppen nach DIN 276 regeln

Die DIN 276 definiert sowohl den Kostenumfang als auch die Gliederung. Sie arbeitet mit acht Hauptkostengruppen und drei Ebenen:

  • 1. Ebene: KG 100–800
  • 2. Ebene: z. B. 330 Außenwände
  • 3. Ebene: z. B. 331 tragende Außenwände

Diese Struktur schafft Vergleichbarkeit und Transparenz.

Die Kostengruppen von KG 100 bis KG 800

KG 100 Grundstück

Grundstückskosten inklusive Nebenkosten wie Vermessung, Notar, Steuern und Rechte Dritter.

KG 200 Vorbereitende Maßnahmen

Herrichten, Abbruch, Altlasten, Erschließung und baureife Herstellung.

KG 300 Bauwerk – Baukonstruktionen

Alle baulichen Elemente: Gründung, Wände, Decken, Dach, konstruktive Einbauten.

KG 400 Bauwerk – Technische Anlagen

Versorgungstechnik, Elektro, Kommunikation, Fördertechnik, Gebäudeautomation.

KG 500 Außenanlagen und Freiflächen

Wege, Plätze, Vegetation, Wasserflächen und Außenbauwerke.

KG 600 Ausstattung und Kunstwerke

Lose Ausstattung wie Möbel, Kunst und IT-Ausstattung.

KG 700 Baunebenkosten

Planung, Fachplanung, Bauherrnleistungen und sonstige Projektkosten.

KG 800 Finanzierung

Zinsen, Bürgschaften und Finanzierungskosten.

Ebenen der Kostengliederung

  • 1. Ebene: Gesamtstruktur
  • 2. Ebene: Standard für Kostenschätzung
  • 3. Ebene: Detailtiefe für Vergleich und Fortschreibung

Typische Fehler

  • KG 700 und KG 800 vermischen
  • Begrünung falsch zuordnen
  • Ausstattung und Baukonstruktion vermengen
  • Erschließung zu pauschal erfassen
  • Betriebskosten einbeziehen

Bedeutung für HOAI und Kostenplanung

Die Kostenschätzung erfolgt in LPH 2 auf Basis der Vorplanung. Die DIN 276 fordert dafür die zweite Gliederungsebene. Wichtig ist die klare Definition, welche Normfassung im Projekt gilt.

Fazit

Die DIN 276 ist das zentrale Strukturwerk für Baukosten. Klare Zuordnung und saubere Gliederung sind Voraussetzung für belastbare Planung und Kontrolle.

Häufige Fragen